2. Phase: 1375 – Anerkennung (1. Phase 1323)

 

Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin

Verfasser:in: Martina Levin, Nicolai Levin, Luc Monsigny

Mitarbeiter:in: Tibor Hartmann, Thorsten Lambers, Sonia Tosetti, Christiane Wetzel

Gesamtansicht (Link)

Audiobeschreibung

 

Beurteilung durch das Preisgericht

Die besondere Stärke des Entwurfes liegt im Umgang mit dem Denkmalbestand. Die ursprüngliche Henselmannsche Planung vom Fernsehturm bis zum Marx-Engels-Forum bleibt vollständig auch als große Sichtachse erhalten und wird sensibel aufgewertet. Zudem bietet der Entwurf eine Weiterentwicklung des Mobiliars von Achim Kühne.

Weitere Geschichtsbezüge werden durch mediale Führungen ermöglicht.

Eine nachvollziehbare Grundlage des Entwurfes bilden die Bürgerleitlinien von 2015/16.

In diesem Sinne entsteht eine grüne Oase auf dem gesamten, zur Verfügung stehenden Raum. Ergänzt wird der Baumbestand mit etwa 70 Neupflanzungen, die das bestehende Bild verdichten.

In diese grüne Oase werden in alle Richtungen Bürgergärten eingestreut, die thematisch belegt sind. Die Schaffung von Bürgergärten stellt ein Versprechen und ihre inselhafte Platzierung eine enorme kleinteilige Festlegung dar. Ihre soziale Intransparenz wird von der Jury problematisiert.

Die vielen kleinen Wege werden mit Kleinstein-Pflasterung belegt, was durchaus überdacht werden sollte. In der Summe entsteht ein ausgeglichener Versieglungsgrad. Das Konzept zum Regenwassermanagement erscheint plausibel.

Auch das Forum der Demokratie wird aus dem Bestand generiert und mit speakers corner belebt.

Am Spreeufer entsteht ein besonderer Ort am Wasser aus Rasenterrassen, der geschickt die Barrierefreiheit zum Gestaltungsthema macht.

Die Spandauer Straße bekommt ein breites Überquerungsfeld, für 2030 ist die Umwidmung einer Fahrspur zum Gehweg vorgesehen, inkl. der Straßenbahnführung. 2040 soll die Straße verkehrsfrei sein.

Der Entwurf schafft eine solide Grundlage für die Aneignung des bestehenden Areales, ob er dem Bild eines metropolitanen Anziehungsortes gerecht werden kann, bleibt offen.

Erläuterungstext Teilnehmende

PARK AM FERNSEHTURM

Der Freiraum zwischen Fernsehturm und Spree ist ein einzigartiger Ort in der Mitte Berlins. Er ist geprägt von Geschichte mit gesamtstädtischer und internationaler Bedeutung. Er ist ein alltäglich intensiv genutzter Ort von Berlinern und Touristen, ein Ort für Alle. In Nachbarschaft zum Roten Rathaus ist er ein Ort der Demokratie sowie – mit seiner Lage zwischen Museumsinsel, Humboldt Forum, Berliner Dom, Nikolaiviertel und Hochschulen – ein Ort der Kultur und Kreativität. Mit seinen ausgedehnten Grünflächen und dem wertvollen Baumbestand ist er ein wichtiger Erholungsort für Mensch und Natur und stadtklimatisch bedeutsam für die Innenstadt. Die Vielschichtigkeit dieses Freiraums, die lange gewachsene Identifikation und die Ansprüche der Menschen spiegelt sich in den 10 Bürgerleitlinien eindrucksvoll wieder.

Basierend auf den Bürgerleitlinien vereint unser Entwurf die zahlreichen Identitäten des Ortes zu einem zusammenhängenden, grüngeprägt und multicodierten Freiraum. Der Entwurf qualifiziert die zentrale Raum- und Sichtachse der DDR-Moderne vom Fernsehturm bis zum Humboldtforum und stellt gleichzeitig sichtbare und verborgene Zeugnisse der Stadtgeschichte dar. Der Entwurf erhält alle Grünflächen und Bestandsbäume und erweitert sie in den vorgegebenen Zeithorizonten bis zu den Kanten des Stadtraums. Vielfältige Bürger-Gärten sind in die Lichtungen der baumbestandenen Flanken eingefügt, deren Form und Größe durch den Wurzelraum der Bestandsbäume vorgegeben wird. Sie bieten einen robusten Rahmen für unterschiedliche Nutzungen wie Spiel, Sport, Kommunikation, Natur oder Biodiversität, die prozesshaft mit allen Interessierten entwickelt und fortgeschrieben werden. Abschluss der Freiraumsequenz bildet das landschaftlich gestaltete Ufer an der Spree, wo langestreckte Sitzstufen die Rasenböschung terrassieren und auf diese Weise ein grünes Ufer ausbilden. Es entsteht eine lebendige Open-Air-Bühne vor der Kulisse von Spree und Humboldt Forum.

Die heutigen Verkehrsflächen der Karl-Liebknecht-Straße, Spandauer Straße und Rathausstraße werden in den Zeithorizonten bis 2040 schrittweise zu Grünen Boulevards umgewandelt, deren großzügigen Gehflächen von großkronigen, klimaresilienten Baumarten überstanden sind. Zukünftig ist der gesamte Stadtraum am Fernsehturm den Zufußgehenden und Radfahrenden sowie dem ÖPNV gewidmet.

Denkmalschutz und Erlebbarkeit der Geschichte

Zusammen mit dem Fernsehturm und seinem Sockelbau ist die zentrale Raumachse von den Wasserkaskaden über Neptunbrunnen, Marx-Engels-Denkmal bis zur Spree als beispielhaftes Ensemble der DDR-Moderne denkmalgeschützt. Vergleichbar zum sanierten Umfeld des Fernsehturms werden hier die Beete und Rasenflächen in ihrer prägenden Formsprache erhalten und in Wert gesetzt. Die Denkmale von Marx-Engels, von Aufbauhelferin und Aufbauhelfer sowie von Luther und Mendelssohn werden an ihren originalen Standorten präsentiert.

Neben den landschaftsarchitektonischen und baulichen Spuren der Geschichte befinden sich weitere nicht sichtbare archäologische Zeugnisse der mittelalterlichen Stadt im Boden. Die Kellerfundamente des Alten Rathauses, des Bürgerhauses Hoher Steinweg 15 und im Umfeld der Marienkirche werden als Stationen des Archäologischen Pfades der Berliner Mitte aufgenommen. Hierfür sind „Archäologische Fenster“ in deutlich abgesetzter Form und Materialität in die Belagsflächen eingefügt. Auf belagsbündigen Stahlintarsien stehen Periskope, die exemplarisch Einblicke auf die unter den Belagsflächen verborgenen Bodendenkmale freigeben. Bildschirme zeigen Fotos der dokumentierten Fundamente und Ausgrabungen, Animationen veranschaulichen den Bezug zum mittelalterlichen Stadtraum

Weiterhin ist die Identität des Ortes eng mit bedeutenden historischen Ereignissen sowie zahlreichen Alltagsgeschichten, die sich hier abgespielt haben, verbunden. Entlang der umgebenden Gehwege – an den Zugängen zum Freiraum – befinden sich immer wieder Informationsstelen, die entsprechend der Stationen des Archäologischen Pfades als Stahlintarsien ausgebildet sind. Neben analogen Darstellungen werden auch hier die Geschichten via Hot Spot auf die Endgeräte übertragen. So können Interessierte die Rede von Martin Luther King nacherleben, die Eröffnung des Fernsehturmes oder die Demonstrationen für mehr Freiheit 1989.

Die warm-rote Farbe von Stelen und Periskopen macht sie schon von weitem als Informationsträger im Stadtraum kenntlich. Die illustrierten Geschichten können zukünftig weitergeschrieben werden.

Nutzungen

Der Freiraum am Fernsehturm ist schon heute ein etablierter Ort des Tourismus, der Jugendszene, für Anwohnende, Berlinerinnen und Berliner. Er ist ein Ort der Weltoffenheit und Vielfalt, der Aneignungs- und Jugendkultur. So werden die Stufenanlagen an den Wasserkaskaden zur extrovertierten Bühne für diverse Darstellungsformen. Neben diesen spontanen Aneignungen im Bereich der zentralen, denkmalgeschützten Raumachse werden Bürger-Gärten mit unterschiedlichen Nutzungen in Lichtungen der von Baumbestand geprägten, flankierenden Freiräume eingefügt, wobei sich der Charakter ihrer Nutzungen entsprechend des Umfeldes vom Fernsehturm zur Spree wandelt.

Benachbart zum Fernsehturm sind beispielhaft aktive Nutzungsorte eingefügt: ein Spielplatz, Ballsport, Calisthenics und Fitnessparcour. Vor dem Roten Rathaus wird ein steinernes Podest zur Speaker’s Corner sowie ein von Sitzstufen gefasstes Amphitheater zum Story-Telling-Garten für Stadtführungen oder Poetry-Slams. Westlich der Spandauer Straße sind überwiegend Angebote für erholsamen Aufenthalt und Naturerfahrung zu finden. In Nachbarschaft zum bestehenden Kiosk/Info-Point mit seiner Freisitz-Fläche für Außengastronomie befindet sich ein Nebel-Garten, der mit Wasser- und Nebel-Düsen eine Attraktion für Kinder bildet und mit Verdunstungskälte für ein angenehmes Mikroklima sorgt. Weitere Lichtungen bieten Platz für gemeinschaftliches Urban Gardening sowie einen Lehr-Garten für Stadtökologie von Flora und Fauna. Entlang der Karl-Liebknecht-Straße befinden sich Boule-Flächen, Tischtennisplatten sowie – am Übergang zu Humboldtforum und Museumsinsel – ein Kultur-Garten für temporäre Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte. Die inhaltliche Füllung der Gärten kann flexibel auf unterschiedliche Nutzungsgruppen und sich wandelnde Anforderungen reagieren. Festgelegt ist nur – aufgrund des geschützten Wurzelbereichs der Bestandsbäume – ihre Form und Größe.

Die Böschung am Spreeufer ist als Rasenfläche mit Sitzstufen terrassiert und lädt ein zum Aufenthalt am Wasser. Gemeinsam mit der Promenadenfläche am Schiffsanleger entsteht eine Freilicht-Bühne mit Blick auf Humboldt Forum und Spree.

Neben den Bürger-Gärten stehen auch die großzügigen Belagsflächen – wie am Roten Rathaus – für temporäre Aneignungen wie politische Veranstaltungen, Ausstellungen und Feste zur Verfügung

Ausstattung

Die befestigten Flächen werden aus Naturstein als nachhaltiges und robust alterndes Belagsmaterial hergestellt. Dabei werden allseits gesägte, gut begehbare und barrierefreie Pflasterplatten verwendet, deren Oberfläche die nötige Rutschhemmung gewährleistet. Bei den schmalen, geschwungenen Wegen sind kleine Steinformate vorgesehen, auf den offenen Platzflächen kommen zusätzlich größere rechteckige Formate zum Einsatz, die den notwendigen Verband für die Befahrbarkeit ausbilden.
Die Belagsflächen, die auf die Gestaltung der DDR-Moderne zurückgehen, sind aus einem hellgrauen, farblich leicht changierenden Naturstein hergestellt. Die Konturen dieser Flächen, so auch die dreieckigen Beete, werden mit breiten Plattenbändern betont. Demgegenüber sind die Wege der seitlichen Grünflächen, die flexibel zwischen den Bestandsbäumen verlaufen, mit einem dunkleren Naturstein belegt. Auf diese Weise nehmen sich die neu interpretierten Flächen gegenüber der Zeitschicht der 60er-Jahre zurück und verbinden sich atmosphärisch mit den Grüntönen dieser baumüberstandenen Bereiche. Die Belagsflächen der Bürger-Gärten sind in verschiedenen Grüntönen gehalten, aus wasserdurchlässigem Kunststoff oder gebundenem Natursteingranulat.

Die Ausstattungselemente entwickeln sich zu einer neuen Mobiliarfamilie in Anlehnung an die historischen Stühle von Achim Kühn. Neben festeingebauten Bänken mit und ohne Lehne sind mobile Stühle entlang der Wege, sowie Liegen auf den Rasenflächen vorgesehen. Die Sitzhöhe und Armlehnen bei Stühlen und Bänken sind seniorengerecht. Fahrradbügel ergänzen die Serie. Die transparente Metallstruktur dieser Mobiliarfamilie bietet – im Gegensatz zu massiveren Elementen – Schutz vor Graffiti und vermeidet Nischen und Versteckmöglichkeiten.

Die Beleuchtung wird entsprechend des bestehenden Lichtkonzeptes fortgeführt. So werden die Belagsflächen zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße hell mit Mastleuchten ausgeleuchtet. Neben der linearen Anordnung entlang der zentralen Raumachse säumen sie auch die geschwungenen Wegeflächen der seitlichen Grünräume. Zwischen Spandauer Straße und Spree wird die Ausleuchtung des Freiraums reduziert. Hier werden nur die Wegeverläufe der 60er-Jahre-Gestaltung von Mastleuchten ausgeleuchtet.

Die bestehenden Toilettenanlagen auf Seite der Rathausstraße werden mit weiteren Standorten im Bereich der Marienkirche und der Liebknechtbrücke ergänzt.

Resilienz

Der großgewachsene, wertvolle Baumbestand prägt schon heute das Erscheinungsbild des Freiraums und trägt maßgeblich zur Aufenthaltsqualität für Erholungssuchende bei. Neben der Raumbildung und dem Schattenspenden sind sie in ihrer ökologischen und mikroklimatischen Funktion von großer Bedeutung. Durch den Rückgriff auf den denkmalgeschützten Grundriss der DDR-Moderne – Wege verlaufen also auch zukünftig dort, wo sie heute schon sind – können sämtliche Bestandbäume erhalten werden. Im ehemaligen Baustellenbereich der U-Bahn werden zahlreiche Bäume entsprechend des Bestandes ergänzt. Darüber hinaus werden die Grünflächen zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße schon im Zeithorizont 2024 wo funktional möglich vergrößert, entsiegelt und somit pflanzenverfügbar. Die neuen Wege und Bürger-Gärten in den seitlichen Grünflächen nutzen auch bestehende Wegeverläufe oder fügen sich in den Bestand mit seinem geschützten Wurzelraum.
In den Zeithorizonten 2030 und 2040 werden die Verkehrsflächen der Straßen schrittweise reduziert und zu grünen Boulevards umgewidmet, deren Gehflächen von schattenspendenden Bäumen überstanden werden. Bewusst unterschiedliche, klimaresistente Baumarten geben diesen Boulevards eine besondere Atmosphäre.

Der bestehende und umfangreich ergänzte Baumbestand ist unbedingte Voraussetzung für einen klimaangepassten, biodiversen Stadtraum. Neben Schatten und Mikroklima bietet er Lebensraum für geschützte Arten wie Saatkrähen, Wanderfalken und Fledermäuse.

In einzelnen Bürger-Gärten sowie den dreieckigen Beeten der zentralen Achse werden artenreiche und standortgerechte Mischpflanzungen aus niedrigen Blütensträuchern, Stauden und Gräsern angelegt. Mit ihren Blatt- und Blütenaspekten sind sie reizvoller Blickpunkt in den Jahreszeiten. Gleichzeitig fördert die sensible Pflanzenauswahl als Honigweide Bestäuber wie Bienen und andere Insekten. Ökologie und Biodiversität ist Thema des Stadtnatur-Gartens.
Leicht vertieft zum umliegenden Rasen sind weitere Pflanzflächen zwischen den Bäumen der seitlichen Grünflächen. Niedrige, standortgerechte Bodendecker, Gräser und Stauden bilden weitere artenreiche Lebensräume, ohne den Blick innerhalb des Freiraums einzuschränken.

Anfallendes Niederschlagswasser wird nach dem Prinzip der Schwammstadt vor Ort zurückgehalten. Hierfür wird das Oberflächenwasser der Realisierungsteile in die seitlichen Grünflächen geleitet und dort dezentral den Pflanzen zur Verfügung gestellt, verdunstet und versickert. Um Rückhaltevolumen bei Starkregenereignissen vorzuhalten, sind die befestigten Flächen – scheinbar aufliegend – 10 cm höher als die benachbarten Rasenflächen angelegt. Die eingefügten Pflanzfiguren sind für den Überflutungsfall um weitere 15 cm vertieft ausgebildet.
Unter den Wegeflächen der umgebenden Ideenteile (Zeithorizonte 2030 und 2040) werden darüber hinaus Speicher für Niederschlagswasser vorgesehen, deren Wasser zur Beregnung von Bäumen und Grünflächen verwendet wird. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre mit langen Trockenperioden ist jedoch davon auszugehen, dass die Vegetation zusätzlich künstlich bewässert werden muss.

Gefühlte Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt des resilienten Stadtraums. So ist neben der Übersichtlichkeit und Attraktivität der Gestaltung vor allem der Pflegezustand des Freiraums von großer Bedeutung. Die Pflege wird zukünftig durch die Grün Berlin GmbH fachgerecht und im erforderlichen Maße durchgeführt. Darüber hinaus trägt die Einbindung unterschiedlicher Nutzergruppen durch vielfältige Angebote zur besseren sozialen Kontrolle bei. Auch die organisierte Partizipation der Nutzenden wie Jugendprojekte, Pflegepatenschaften und Anwohnerinitiativen schafft eine größere Wertschätzung und Rücksichtnahme des gemeinschaftlich genutzten Freiraums.

Verkehr und Mobilität

Der Freiraum zwischen Fernsehturm und Spree ist zukünftig den Zufußgehenden und Radfahrenden gewidmet. Im Zeithorizont 2024 wird – außerhalb der Realisierungsteile – im Verlauf der zentralen Achse ein Popup-Übergang auf die Spandauer Straße aufgetragen, um die Trennung durch die bestehende Straße zu reduzieren. Gemäß den Planungen wird bis zum Zeithorizont 2030 die Straßenbahnverlängerung in der Spandauer und Rathausstraße umgesetzt. In diesem Zuge wird die Rathausstraße als erster Abschnitt zum Grünen Boulevard umgewandelt. In Spandauer Straße und Karl-Liebknecht-Straße wird pro Fahrtrichtung schon eine Fahrspur als Gehweg umgewidmet, um mehr Raum für Zufußgehende und die Pflanzung straßenbegleitender Baumreihen zu gewinnen. In der Vision 2040 wird der Straßenraum der Spandauer Straße im zentralen Abschnitt vollständig entwidmet, der Freiraum verläuft – abgesehen von den Straßenbahngleisen der Ausweichstrecke – übergangslos vom Fernsehturm bis zur Spree. Der Straßenraum der Karl-Liebknecht-Straße wird gemeinsam mit der Umwidmung des Boulevards Unter den Linden auf eine Fahrspur pro Fahrtrichtung rückgebaut und so auch zu einem Grünen Boulevard mit weiteren Baumreihen und Grünflächen umgestaltet.

Für den Fahrradverkehr werden sichere und störungsarme Radwege für lokale und überregionale Verbindungen vorgesehen. Ihre Breite entspricht sich an den Planungsvorgaben und berücksichtigt die steigende Bedeutung des Fahrrads und die Vielfalt dieses Verkehrsmittels mit E-Bikes und Lastenrädern. Entlang der Radwege und allseits des Parks am Fernsehturm ist eine Vielzahl von Fahrradbügeln zwischen den neugepflanzten Baumreihen vorgesehen.

Die großzügigen Belagsflächen der neu geschaffenen Boulevards stehen auch für ausgedehnte Außengastronomie zur Verfügung und ermöglichen auf diese Weise, die zentralen Flächen des Parks von kommerzieller Nutzung freizuhalten.

Bauphasen und Modernisierungsteile

Aus bautechnischer Sicht sind viele Bauabschnittsbildungen möglich. Als sichtbar positiven Impuls für die öffentliche Wahrnehmung des Freiraums schlagen wir jedoch vor, zeitnah den Schwerpunktbereich vor dem Roten Rathaus mit den benachbarten Grünflächen und Bürger-Gärten entlang der Rathausstraße sowie den Uferbereich an der Spree mit der zentralen kreisförmigen Rasenfläche am Marx-Engels-Denkmal herzustellen. Anschließend sind als weitere Bausteine die seitlichen Bürger-Gärten dieses ruhigeren Parkbereiches sowie die zentrale Achse von Fernsehturm bis zur Spandauer Straße einschließlich Grünflächen am Luther- und Mendelssohn-Denkmal denkbar.

In den Modernisierungsteilen von Fernsehturm und Marienkirche werden die Oberflächen von Belägen und Mauern gereinigt, Pflanzungen ergänzt und fachgerecht gepflegt sowie Beregnungsanlagen von Pflanz- und Rasenflächen instandgesetzt/nachgerüstet. Der Fallschutzbelag des Spiel-Dreiecks südöstlich des Fernsehturms wird in den Grüntönen der Bürger-Gärten erneuert sowie auf dem baumbestandenen Dreieck mit Tennenbelag südwestlich des Fernsehturms einzelne Pflanzflächen eingefügt. Stühle und Bänke der Mobiliarfamilie führen auch hier das Erscheinungsbild der Realisierungsteile fort.