2. Phase: 1379 (1. Phase 1336)

 

Bauchplan ).(, München

Verfasser:in: Tobias Baldauf

Mitarbeiter:in: Kay Strasser, Fernando Nebot Gomez, Anita Rampetsreiter, Facundo Ceretta, Anna Kollmann-Suhr, Beatrice Höckel

Sonderfachleute: Künstler: Yuji Oshima

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Audiobeschreibung

 

Erläuterungstext Teilnehmende

Berliner  Klimaforum

#FreiraumForFuture

Das Rathausforum verschmilzt mit dem Marx-Engelsforum zu einer ganzheitlich wahrnehmbaren Berliner Mitte. Auf die Urqualitäten des geschichtsträchtigen Kulturraumes und der Stadtnatur aufbauend, entsteht eine vielschichtige Hybridlandschaft: das neue Berliner Klimaforum.

Der bestehende Straßenraum wird beidseitig zu Erholungs- und Freizeitraum. Wichtige Querverbindungen und Wegenetze bleiben ausschließlich für den Lieferverkehr und sanfte, klimafreundliche Fortbewegungsmittel zugänglich. Zwischen den Baumbeständen spannt sich eine offene, flexible Mitte, die Multifunktionalität und zugleich Blickbeziehungen zu den historischen Architekturen zulässt. Die Offenheit zieht sich zur Seite des Roten Rathauses und bildet dort die urbane Längsachse aus. Sie bietet Raum für Versammlungen und eine Vielfalt sportlicher Aktivitäten. Die lichten, urbanen Baumreihen versammeln sich auf der gegenüberliegenden Seite zu dem kühlenden und artenreichen Berliner Stadtwald.

Grüne und blaue Infrastruktur ziehen sich durch das gesamte Forum. Multifunktionale Wasserbecken, Sprühnebel und Wasserspiele holen die Spree auf den Platz, machen das Element Wasser erlebbar und tragen zur Kühlung des Forums bei. Niederschlagswasser werden lokal versickert und mit Zwischenpufferung wieder verdunstet. Das Forum fungiert als flutbare Innenstadtlandschaft, die Retention erfolgt sowohl ökologisch als auch soziologisch.

Der Fernsehturm wird zur «Climate Watch», einem Klimazeichen, weiter transformiert, um so ein zukunftsfittes, informatives Wahrzeichen zu sein. Eine begrünte, offene Besucher*innenplattform ziert den Turm als „emerald necklace“ und signalisiert durch ausströmenden Wassernebel die Luftverschmutzung. Interaktion zwischen den Besuchenden und dem Umweltzustand findet auch im Stadtwald statt, dort bieten integrierte «Solar-Canopies» den Besucher*innen Informationen zum Klimazustand Berlins.

Inklusive Lösungen – soziologisch, ökologisch sowie räumlich als auch zeitlich – ziehen sich durch das gesamte Forum. Sichtbare Ortsgeschichte und historische Zeitspuren werden durch den historischen Loop, in Form eines informativen Lehrpfades, erlebbar.  Das vielfältige Freizeitangebot des Klimaforums zieht sich bis an das barrierefreie Spreeufer. Neben Liegewiese, Sitzstufen und Balkon, lädt eine Netzlandschaft zum «Abhängen» über der Spree ein und lässt die letzten Sonnenstrahlen einfangen.

Hauptkonzept und Stadt

Zwei Achsen: eine grüne Achse – die Verlängerung von Unter den Linden – und eine urbane Achse – die Verlängerung der Französichen Straße – dienen jeweils als Freiraum-Rückgrat für die zukünftige Innenstadt. Der duale Charakter des heutigen Forumsplatzes (zwischen grün und urban, zwischen Park und Platz) ist der Grundstein für die Entwicklung seiner Zukunftsvision. Beide Eigenschaften werden in dem Konzept für einen neuen, demokratischen Raum verstärkt.

Grün- und Vegetationskonzept

Der Stadtwald des Klimaforums sorgt für eine Aufwertung der klimatischen sowie soziologischen Qualitäten der Innenstadt. Der Baumhain und die Grüninseln agieren als grüne Infrastruktur. Der Baumbestand wird sorgfältig erhalten und ergänzt durch diverse heimische Arten, die eine bunte Baumlandschaft bilden. Hohe Biodiversität und eine waldartige Atmosphäre sorgen für einen Grünraum der den Besuchenden Entspannung, Erfrischung, und Erkundung ermöglicht. An den Südfassaden ist die Vegetation dichter und sorgt für eine Erholung im kühlenden Schatten. Während sich an den Nordfassaden lichte Baumreihen befinden, die so offene, sonnige, Teilräume bieten.

Wasser

Der Boden des Klimaforums funktioniert als eine flutbare Innenstadtlandschaft. Alle Oberflächenwasser werden lokal versickert oder mit Zwischenpufferung wiederverdunstet. Der Raum wird teils zu einer erlebbaren Wasserlandschaft zusammengestellt aus Regengärten, Retentionsbecken, Sickermulden, und Fontänenfeldern. Bestehende Brunnenanlagen werden mit eleganten, erfahrbaren Wasserspielen in einen modernen Kontext gebracht. Der Uferbereich der Spree wird auch aktiviert und inszeniert, was den Bezug zum Wasser für die Berliner*innen stärken soll.

Partizipation und Interaktion

Das Forum wird als urbaner Verhandlungsraum neu aktiviert. Die Rückeroberung des Straßenraums als urbaner Lebensraum gibt Platz für soziale Interaktion. Die Ränder sind mit Pavillons besetzt, die in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entwickelt und teilweise gebaut werden. Der mittlere Raum wird zu einem demokratischen, mutlifunktionalen Bereich, in dem die Nutzungen, Materialien und Ideen von den Menschen definiert werden. Ganz im Sinne des Milan Urban Food Policy Pact befindet sich rund um die Marienkirche ein Stadtgarten, der als Zentrum und Lernort fungiert und so das Miteinander stärkt.

Geschichte und Verbindungen

Als durchgängiger Weg über das Forum wird ein neuer historischer Loop entwickelt, der alle historischen Elemente innerhalb des Platzes verbindet und ihn in den weiteren innerstädtischen historischen Kontext einbindet. Mit einer einheitlicher Gestaltung verbindet der Weg die verschiedenen historischen Highlights des Platzes: Ruinen, Bodendenkmäler, historische Gebäude und wichtige Sichtachsen.