2. Phase: 1382 (1. Phase 1370)

 

Planstatt Senner GmbH, Überlingen

Verfasser:in: Johann Senner

Mitarbeiter:in: Thilo Nerger, Kaspar von Ditfurth, Andrea Egresi

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Audiobeschreibung

 

Erläuterungstext Teilnehmende

Für den öffentlichen Raum zwischen Alexanderplatz und Spreeufer wird ein charakteristischer Stadtteppich gewoben und für Berliner Bürger und internationale Besucher ausgelegt. Historische Spuren und Gebäude, wie etwa das Rote Rathaus, die Marienkirche oder das Marx-Engels-Forum werden gestalterisch dezent herausgehoben und mit Freiraum-Strukturen zu einer charakteristischen neuen Stadtadresse verwoben: ein großzügiger Baumhain mit Ruhe- und Aktivflächen sorgt für ein angenehmes Mikroklima, die SpreeTerrassen mit „Jungem Spree-Altarm“ (eine flache Wassermulde, die an einen Spree-Altarm erinnert) laden zum Verweilen und Abkühlen ein, entlang der zentralen Achse kühlen an heißen Tagen zusätzlich Nebeldüsen das Klima; Baumreihen in den Straßen spenden wertvollen Schatten …

Entlang der 450 Meter langen Achse zwischen Humboldtforum und Fernsehturm spannt sich künftig ein einmaliger Stadtpark auf.

Die Baumgruppen um den Fernsehturm wie auch die Treppen, Cafés und Wasserkaskaden bleiben erhalten und werden geschickt in das gesamte Freiraumkonzept integriert. Die Jugendlichen finden hier verschiedene Treffpunkte und Raum für Aktivitäten und ziehen dann abends zum „Sunset“ auf den SpreeTerrassen. Die Baumreihen werden teilweise geschlossen und fokussieren so den Blick über den Neptunbrunnen nach Südwesten. Eine Perforierung gibt den Blick auf das Rathaus und die Kirche frei. Die Wasserkaskaden gehen im Bereich der heutigen Dreiecksbeete in einen Rosengarten mit Gräsern und niedrigen Eiben-Bändern über. Lange Bänke und der zentrale Community-Tisch laden hier dazu ein ins Gespräch zu kommen.

Links und rechts der Mittelachse zieht sich ein großzügiger Baumhain über die Spandauer Straße hinweg bis zur Spree. Die orthogonal verlaufenden Wege im Baumhain, weiten sich zu Verweil-, Kunst- oder Spielflächen auf. Sie schaffen wichtige und historisch gewachsene Querverbindungen zu den angrenzenden Stadtquartieren. Die bestehenden Denkmäler und der Kiosk werden dabei gut integriert und in Szene gesetzt. Wilde Wiesenflächen in verschiedenen Farben wechseln sich mit intensiver gepflegten Rasenfeldern ab und bilden so ein spannendes Mosaik aus Naturerfahrung und aktiver Nutzung. Das Angebot wird ergänzt durch einen großen Naturspielplatz.

Die Mittelachse wird aufgelöst durch einen mittigen Belag aus wassergebundener Decke mit lockeren Baumstellungen. Bänke geben den Blick frei Richtung Fernsehturm und Humboldt-Forum. Den südöstlichen Schwerpunkt der Sichtachse bildet der kreisrunde Platz umgeben von einem kippenden Sitzring. Dieser repräsentative Platz bildet wie historisch den Standort des Marx-Engels-Denkmals, das durch punktuelle Fontänen und große Kiefern ergänzt wird. So entsteht ein gewichtiger Ort des Zusammenkommens, der Ruhe und der Kontemplation.

Zur Spree hin treppen sich Sitzstufen – die SpreeTerrassen – zur Promenade hinab. Geschickt integrierte Rampen sichern die barrierefreie Zugänglichkeit für jeden. Vereinzelte Bäume spenden Schatten. Das Highlight am Ufer bildet die flache begehbare Wassermulde, die gespeist wird mit in den Schilftreppen gereinigtem Wasser.

Unter den Baumreihen in den Straßenräumen fließt der Verkehr künftig beruhigt und reduziert und bietet Cafés und Restaurants die Möglichkeit, ihre Köstlichkeiten in einer angenehmeren Atmosphäre zu servieren.

Das gesamte Regenwasser des Plangebietes wird einem naturnahen Wasserkreislauf zugeführt: Rückhaltung, Filterung, Versickerung, Verdunstung, … so entsteht ein urbanes und beispielhaftes Regenwassermanagement. Davon profitieren die Bäume und das gesamte Stadtquartier. Auch die Wasserspiele werden in den Regenwasserkreislauf integriert und das Wasser mit „Pflanzenfiltern“ gereinigt.

An den SpreeTerrassen angelangt, ist man überrascht von den weitläufigen Sitztreppen, die teils mit lichtem Baumschatten überstanden sind. Dezent integrieren sich barrierefreie Rampen, die den Spreeuferweg für jeden erfahrbar machen.

Der „Junge Spree-Altarm“ lädt zum „Waten und Spritzen“ ein. Auch er ist Teil des urbanen Regenwasserkreislaufs. In den grünen Schilftreppen wird Spreewasser gereinigt, das dann dem neuen Highlight am Ufer zugeführt wird.

Man freut sich hier im Umfeld von Humboldt-Forum und des Berliner Doms auf den Sonnenuntergang.        

2030

Mit dem Bau der Gleistrasse für die Straßenbahn wird die Spandauer Straße begrünt und verbindet so den bisher separierten Raum. Der Baumhain wird ergänzt – somit entsteht auch optisch eine großzügige Einheit vom Fernsehturm bis zur Spree. Befestigte Übergänge erleichtern den Übergang. Am Spreeufer wird die Unterführung der Karl-Liebknecht-Brücke zurückgebaut. Stattdessen bietet künftig eine zusätzliche Rampe eine barrierearme Möglichkeit zur Kreuzung der Fahrbahn und stärkt die Durchgängigkeit des Spreeuferweges.

Auch vor dem Rathaus wird die bestehende Fahrbahn aufgelöst und in einen stufenlosen Pflasterbelag umgewandelt. Der Radschnellweg wird verlängert.

2040

Komplettiert wird der grüne und fußgängerfreundliche Rahmen des Rathaus- und Marx-Engels-Forums ab 2040 mit der Reduzierung der Fahrspuren in der Karl-Liebknecht-Straße. Zukünftig fahren Straßenbahn und Bus hier störungsfrei mittig in einer eigenen ÖPNV-Spur. Der Individualverkehr wird einspurig in beide Richtungen geführt. Grünstreifen und Baumreihen sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Gastronomie und Geschäfte beleben die Zone. Vor dem Dom Aquarée gliedert sich die Drop-off-Zone der Reisebusse und Taxi-Stände gut und zentral in die Planung ein.

Auch der südliche Teil der Rathausstraße wird in einen stufenlosen Shared Space umgewandelt und schafft so eine Einheit mit dem Nikolaiviertel. Das Umfeld des Fernsehturms wird durch punktuelle Modernisierungen im Belag und der Möblierung aufgewertet. Die Marienkirche erhält ein Archäologisches Fenster, das die unterschiedlichen Zeitschichten sichtbar macht.

Regenwasserkreislauf – Schwammstadt Berlin

  1. Regenwasserversickerung und Rückhaltung in den Grünflächen. Wege entwässern direkt in die Grünflächen
  2. Dachflächen der angrenzenden Quartiere ebenfalls in Grünflächen entwässern; Versickerung und Rückhaltung in Rigolen und Mulden
  3. Baumrigolen
  4. Nebeldüsen als Ergänzung zur Evapotranspiration – Luftfeuchtigkeit –
  5. Röhricht-Terrasse zur Filterung des Regenwassers
  6. Wasserspiel „Junger Spree-Altarm“