2. Phase: 1392 – Anerkennung (1. Phase 1352)

 

 

sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

Verfasser:in: A. W. Faust

Mitarbeiter:in: Marie-Luise Tschirner, Christina Ritter, Sandra Dormeier, Vid Bogovic, Zixi Zhao, Kaiyan Jin, Pascal Mueller, Leoni Layer, Marco Vomiero

Sonderfachleute: Verkehrsplanung: SHP Ingenieure, Hannover, W. Haller/K. Gerland; Architektur: Winkelmueller Architekten, H. Winkelmueller, S. Cottier

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Audiobeschreibung

 

Beurteilungstext Preisgericht

Die Verfasser:innen formulieren den Anspruch, an dieser zentralen Stelle Berlins einen modernen Volkspark – einen Berliner Centralpark – zu schaffen.

Durch eine prägnante zusammenhängende Parkfigur, die sich vom Fernsehturm bis zur Spree erstreckt, verbinden die Autor:innen Rathaus- und Marx-Engels-Forum. Hierzu werden die äußeren Wege der zentralen Mittelachse des Rathaus-Forums aufgegriffen und als „Loop“ elegant bis zu einer Querachse geführt, von der man über Sitzstufen auf das Spreeufer gelangt.

Die Kreisform des Marx-Engels-Denkmals bleibt erhalten und wird in einen neuen interessanten Zusammenhang gesetzt, indem eine neue wichtige Nord-Süd-Querung als selbstverständlich wirkende Wegespange eingeführt wird. Hierdurch wird geschickt die Monumentalität der beiden Kreisformen von Neptunbrunnen und Marx-Engels-Denkmal aufgebrochen, ohne deren Position zu verändern oder deren Denkmalwert zu schmälern.

Obwohl das Rathausforum von einer stark versiegelten Platzfolge zu einem Park mit hohem Grünanteil transformiert wird, gelingt es den Verfasser:innen, respektvoll mit der Denkmalbestand umzugehen: Die zentrale Achse aus Kaskade, Rosenbeeten und Neptunbrunnen bleibt erhalten und wird geschickt hervorgehoben, indem sie beidseitig von grüngeprägten Räumen gerahmt wird.

Beidseitig der zentralen Figur werden nämlich auf deren gesamter Länge moderne Bouquets angeordnet:

Im Kronenschatten des verdichteten Baumbestands entstehen polygonale Staudenflächen, während die besonnten Bereiche als Rasenflächen ausgebildet werden.

Frei verteilt und durch ein zurückhaltendes – z.T. zu schmal dimensioniertes – Wegesystem erschlossen, liegen nachvollziehbar positioniert kreisförmige „Initialzellen“ mit unterschiedlichen Nutzungen: Im Bereich der Marienkirche ein Gemeinde- und ein Zen-Garten, entlang der Karl-Liebknecht-Straße Fitnessparcours, gegenüber des Nicolaiviertels Kinderspielangebote usw.

Trotz unterschiedlicher Funktionen verbindet die Rondelle mit den umlaufenden Sitzbänken eine gleiche Formsprache.

Am Spreeufer mündet der Wegeloop in die Spreepromenade, die als breite, gut proportionierte Sitzstufenanlage aus Granit ausformuliert ist. Hier wird mit dem Spreepavillon, einem kleinen Baukörper mit einem großen Dachring, ein interessanter Schwerpunkt gesetzt: Über den Ring wird ein Sprühnebel verteilt, der einerseits die Verdunstungskälte durch die Vegetation symbolisieren soll und andererseits das Wasserband aus Kaskaden und Neptunbrunnen in moderner Form bis zur Spree weiterführt.

Kritisch wird gesehen, dass die Promenade barrierefrei nur von den Rändern (Rampen von Karl-Liebknecht-Straße und Rathausstraße) aus zu erreichen ist.

Vor dem Rathaus zieht sich eine Natursteinfläche als Versammlungsort über die Spandauer Straße bis zum Streetart-Center. Dieser Aktionsbereich findet sein sinnfälliges Pendant östlich des Rathausplatzes in Form des Sportstrips.

Auf Seiten der Karl-Liebknecht-Straße wird dieses Belagsmotiv auf einer platzartigen Fläche, die sich in den Grünraum einschiebt, wiederholt. Sie bildet einen angemessenen Rahmen für die Denkmäler von Luther und Moses-Mendelsohn.

Die Gliederung der Natursteinflächen durch schmale Rasenbänder wird aus Gründen der Unterhaltung und Funktionalität hingegen kritisch gesehen.

Die trennende Wirkung der Spandauer Straße soll in einem ersten Schritt durch ein Bodenbild und Pop-Up Übergänge gemildert werden. Bis 2030 wird die Straße zum Parkweg umgebaut, in den die Tramgleise integriert werden. Auf Rathausstraße und Karl-Liebknecht-Straße werden sukzessive Bäume gepflanzt, das 1. OG der Bebauung Karl-Liebknecht-Straße wird als „Bürgerbalkon“ begrünt. Im Ergebnis wird der zukünftige Park mit dem umgebenden Stadtraum verbunden.

Für den Umgang mit dem Regenwasser wird ein überzeugendes Konzept (Staukanal zur Bewässerung, temporäre Flutung des westlichen Rasenfeldes am ME-Forum) vorgelegt.

Dem komplexen, sehr gut durchgearbeiteten Entwurf gelingt es, ein zusammenhängendes Raumgefüge zu entwickeln, das beide Teilbereiche schlüssig miteinander verbindet. Denkmalbelange werden ebenso berücksichtigt wie heutige Anforderungen an moderne Parkanlagen. Auch für zukünftige Anforderungen wird in den Initialflächen Raum gelassen.

Die Frage, ob eine Parkanlage an diesem zentralen Ort der Hauptstadt mit seinen vielfältigen Anforderungen die richtige Antwort ist, wird im Preisgericht hingegen kontrovers diskutiert.

Erläuterungstext Teilnehmende

CENTRALPARK Berlin

Wir wollen einen echten Park. Kein Patchwork aus endlosen Platzflächen und Verkehrsanlagen sondern einen Berliner Central Park zwischen Alex und Schloss.

Es soll ein moderner Volkspark werden oder besser ein Park der Völker, der einen robusten Rahmen für viele und für flexible Angebote bietet. Einen Park als utopischer Raum der Gemeinsamkeit in dem vielfältige Nutzungen eingebettet sind. Einen Park, der mit seinen übergreifenden, fließenden Raumbildern ein starkes Fluidum für das collagierte Nebeneinander starker Bauten und Objekte bildet. Ein Park als kühle Oase in der Stadt, in dem jeder Quadratmeter der nicht gebraucht wird, vom Beton befreit wird. Ein Park als zusammenhängender Stadtbaustein als Abschluss von Unter den Linden und als Ausgleichsraum für die Steinwüsten am Alexanderplatz und Fernsehturm.

Eine zusammenhängende Parkfigur erstreckt sich von der Fußbebauung des Fernsehturms über die Spandauer Straße hinweg bis zur neuen Spreepromenade. Aus dem Motiv der Kaskaden entwickelt sich ein langgestreckter offener Zentralraum. Die strenge architektonische Sprache des urbanen Kopfes wird dabei zu fließenden Raumstrukturen transformiert. Die achsiale Reihung von Kaskade, Beeten und Neptunbrunnen sowie das Skulpturenensemble bleibt erhalten. Ein zentraler Wegeloop umfasst den Raum und schließt an der Promenade mit einer Sitzstufenanlage mit Schlossblick ab. Promenade und Stadtebene sind mit grün eingebetteten Rampen barrierefrei verknüpft.

Die geschützten, baumbestandenen Seitenräume des Parks sind mit kleinteiligen Nutzungsangeboten bespielt. Ein schwingender Nebenweg erschließt diese modernen Boskette und ist in ein netzartiges System von Querwegen eingebunden. Entlang der Wege reihen sich unterschiedlich belegte Funktionszellen. Das Wegesystem gibt auf vielfältige Weise der touristischen Hauptbeziehung vom Alex zum Schloss Ausdruck. Es ermöglicht aber auch eine Vielzahl von Querungen und Rundwegen.

Das Rathausforum erfährt eine maßgebliche Transformation von einer hochversiegelten Platzfolge zum Park. Die Marienkirche erhält langfristig ein grünes Passepartout mit Fokus auf den Eingangsplatz. Vor dem Roten Rathaus erstreckt sich ein bedarfsgerecht dimensionierter Platzbereich, der in den Park hinein mit einem Rasenfugen-Belag erweitert ist. Dieses Mittlerformat zum Park verlängert sich Richtung Alex als intensiver Sport-Strip für intensivste Parknutzungen.

Thema 1: Oasis Berlin (Grün-Blaue Infrastruktur)

MAXGREEN. ADDBLUE. Wir machen die Stadt zur Oase. Jeder nicht notwendige Quadratmeter Beton verschwindet. Wir verwandeln die vollversiegelte, überhitzte Stadt in einen durchgängigen, üppigen Park. Wir machen Wasser sichtbar, als temporäres Gewässer, als klimatisierende Wolke an der Spree. Der Park gespeist von Regenwasser, üppig, blühend. Gegen die Folgen des Klimawandels und gegen den Artenschwund.

Der Grünanteil wird deutlich erhöht. In der Hauptachse des Parks erstreckt sich der signifikante lang gestreckte Rasenraum über die Spandauer Straße hinweg. Die Ausbildung auf einer Rasentragschicht macht ihn extrem strapazierfähig und belastbar als Liege- und Spielfläche. Die Vegetationsflächen sind gegenüber der Wegeebene um 3 cm erhöht um ihren Wert besonders zum Ausdruck zu bringen und sie zu schützen.

Die Befestigung von Flächen erfolgt bedarfsorientiert so gering wie möglich. In einem Rahmen aus großformatigen Natursteinplatten entwickelt sich ein wasserdurchlässiges Wegesystem aus wassergebundenen Decken mit Stabilizer. Weniger frequentierte Platzflächen werden mit Rasenfugen offen gestaltet, die Sport- und Spielbereiche mit durchlässigen Belägen aus EPDM.

Der Park erhält eine umfassende pflanzliche Strukturanreicherung. In den schattigen Bereichen des Bosketts entwickeln sich unter den Baumgruppen Teppiche aus Bodendeckern und Schattenblühern, mit zunehmendem Licht reichert sich die Artenliste der Stauden und Strauchcluster immer weiter an. Grundsätzlich bleibt der Bodenbewuchs dabei unter einer Höhe von einem Meter um Angstmomente zu vermeiden.

Das Zusammenspiel von Pflanze und Wasser gegen die urbanen Folgen der Klimakrise wird zum zentralen Thema des Grünraums. Die Verdunstung aus dem vegetativen Volumen und dem Boden klimatisiert die Stadt. Regenwasser wird in einem Staukanal gesammelt und zur Bewässerung des Parks genutzt, die Verdunstungskälte kühlt die Stadt. Starkregenereignisse führen zu temporären Flutungen des westlichen Rasenfeldes am Marx-Engels-Forum. So scheint sich das Ensemble der Philosophen periodisch auf einer Insel zu erheben.

Den Abschluss der Hauptachse bildet wiederum eine bildhafte Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser: Aus dem großen Dachring des neuen Spreepavillons entweicht eine Nebelwolke, die Spreecloud. Die Spree wird vom Park aus so zum Misty River. Die Kühlung macht die Spreetreppe zum begehrten Ort.

Thema 2: Reclaim the streets (Mobilitätskonzept)

These: Wir erobern uns die Straßen von den Autos zurück. Schritt für Schritt. Übrig bleiben öffentliche Verkehrsmittel, viel Platz für Fußgänger und das Fahrrad sowie Promenaden mit großen Baumhainen. Schon vor dem Umbau wird der Anspruch an der Spandauer Straße mit einem gewaltigen Bodenbild sichtbar gemacht.

2040 entstehen mit dem Rückgang des MIV endlich neue Spielräume, die Dominanz der Verkehrsflächen endet. In der Karl-Liebknecht-Str reduziert sich die Straßenfläche auf einen Bus- und MIV-Fahrstreifen je Richtung. Die Straßenbahn wird aus der Mittellage dem breiten Promenadensaum an der Nordseite zugeordnet und teilbegrünt. Vor den Gebäuden entstehen neue Aufenthaltsqualitäten, die in hainartigen Baumbändern Ausdruck finden.

Diese vegetativen Schattendächer prägen rund um das Forum, also auch an der Rathausstraße, die neuen Straßenräume. Vor dem Nikolaiviertel können sie mit dem Verschwinden der Parkplätze entstehen und dann die Gastronomieplätze beherbergen.

Parkseitig entsteht die komfortabel ausgebaute Hauptfahrradroute im Zweirichtungsverkehr. Durch einseitige Führung des Radschnell- bzw. -fernweges werden die Verkehre gebündelt und Konflikte mit dem Fußverkehr reduziert.

Westlich der Spandauer ermöglicht ein Grünstreifen entlang des Bahnkörpers eine bessere Überquerung. Beidseitig angeordnete Reisebushaltestellen bieten komfortable An-/Abfahrten.

Die Spandauer Straße wird zur Verklammerung der Parkbereiche radikal verkehrlich abgewertet und zum Parkweg umgestaltet.  Fußgänger und Fahrräder werden parallel geführt, die Straßenbahntrasse im Rasengleis geht visuell unter. Wir schlagen vor, diese Umgestaltung zusammen mit der Herstellung der Straßenbahntrasse 2030 als wichtiges Symbolprojekt zu beginnen. Bereits im Vorfeld wird die dann entfallende Straßenfläche durch eine starke grafische Belegung für den Park geclaimt.

Thema 3: One for All (Parkprogramm)

These: Der Park ist für alle. Er ist ein moderner Volkspark für eine diverse Gesellschaft. Und er moderiert das Miteinander, er bringt uns zusammen. Die politischen Aktivisten, die müden Touristen, die Freizeitathleten, die Familienverbände usw. usw.

Im Zentralraum des Parks steht das Verweilen sowie das Raumerleben im Mittelpunkt. Die Skulpturen von Neptunbrunnen und Marx-Engels bilden die Marker der historischen Achse. Das Thema Wasser wird zwischen Kaskaden, Neptunbrunnen und Spreecloud zur zweiten Erlebnislinie. Der Zentralraum bildet so das große Gemeinsame und Verbindende des Parks aus.

Gegenüber dieser universellen Ausprägung in der historischen Raumachse werden die Ränder diversifiziert programmiert. Entlang der Rathausstraße folgt auf den Schwerpunkt des Jugendsports das Rathausforum als politischer Sammlungsort.

Im Kontext des Baumbestandes entstehen kleinteiligere und anpassungsfähige Strukturen als Initialzellen, die in das Wegesystem eingehängt sind. Im Osten ist dem Nikolaiviertel eine Folge von Spielpunkten für kleinere Kinder und Familien vorgelagert. Gegenüberliegend wird an der Karl-Liebknecht-Straße ein Fitness-Parcours für alle Generationen vorgeschlagen, während im Umfeld des Lutherdenkmals auch wechselnd bespielte Gemeindegärten und ZEN-Oasen denkbar sind. Nicht alle der Zellen sind sofort belegt. Blank Spaces stehen zur temporären Ansiedlung und Erprobung bereit.

Markante Parkarchitekturen stimulieren den Park. Das Parkdach am Rathausforum dient als Bühne und Witterungsschutz sowie als Treffpunkt. Die Bühne kann Großformate mit mehreren Tausend Teilnehmenden nach Süden bespielen, aber auch mit kleinen Unplugged-Konzerten den Strip im Norden. An der Spreepromenade werden aus dem Pavillon der Spreecloud heraus Tickets und Getränke verkauft, die Gäste sitzen unter dem Nebelring. Der bestehende Info-Pavillon an der Spandauer Straße wird zum Street Art Center Berlin umgenutzt und später durch einen Neubau ersetzt.

Für die Parkanwohner, insbesondere der Wohnscheiben, die ihren Park mit vielen Gästen teilen müssen, schlagen wir an der Karl-Liebknecht-Straße eine Aktivierung der +1 Terrassenebene als großen und geschützten Nachbarschaftsgarten vor.

Die Möblierung des Parks basiert auf einem vielseitig kombinierbaren Modulsystem für alle Komfort und Altersstufen. Einen besonderen Stellenwert nehmen die beweglichen Kühn-Stühle des Forums ein, die wie kein anderes Möbel für den veränderlichen und universalistischen Anspruch des Parks stehen.

Thema 4: Design von der Straße (Social Design)

These: Berlin ist das Labor für nichtinstitutionelle Kunst und für private Initiativen aller Art. Der Park ist der urbane Showroom für Street Art, Kleinkunst, urban knitting, Kasperletheater. Er ist ein ständig veränderter aber auch kuratierter Raum. Und mit Hilfe des Parkmanagers  wird die Partizipation der Nutzer zum Dauerzustand.

Der Park bietet Raum für die vielfältigen Formen der Straßenkunst und der Graswurzelbewegungen in Berlin. Ein solcher Park wird nicht hingestellt und sich selbst überlassen, sondern bleibt dauerhaft ein veränderliches und kuratiertes Gebilde. Zu den vorhandenen Raumstrukturen kommen so auch dauerhafte Organisationsstrukturen.

Der Mittelpunkt und die Anlaufstelle für Künstler und Aktivisten ist das Street Art Center, in dem ein Parkkeeper seinen dauerhaften Ort findet. Er betreut die Ausstellungen in der Street Art Gallery, insbesondere die Graffity Screens am Center und um die Zellen. Er vermittelt im Projekt „Reclaim the street, reclaim the spaces“ zwischen Straßenkünstlern, er dokumentiert die Arbeiten und er vergibt die Initialzellen auf Zeit. Er koordiniert die Bespielung der Bühne und aller anderen Stellen des Parks und ist für ständiges Feedback zum Parkdesign der Ansprechpartner. Der Park wir so zu einem dauerhaften Art Festival. Und die Partizipation zum Dauerzustand.

Thema 5: Signs of the times

These: So viel Stadt ist hier schon gewesen. Der Park wird zur Projektionsfläche für Stadterinnerung. Vor allem Nachts, wenn die alten Stadtpläne wieder aufscheinen! Und Zeitreisende berichten von vergangenen Ereignissen.

Die Besonderheit des Ortes besteht im fast vollständigen Verlust eines wichtigen Teils der historischen Kernstadt. Diese verlorene Stadt mit ihren vielen Manifestationen scheint in der Imagination der Besuchenden wieder auf: Nachts, wenn die optischen Ablenkungen weniger werden, wird für eine Stunde der historische Stadtgrundriss in seinem Wandel vom Fernsehturm aus, von oben auf die Parkebene projiziert. Mit einer App könnten historische Straßenszenen überlagernd in die heutige Kameraeinstellung eingespielt werden. Die Stationen des Archäologischen Pfades und das Fenster am Befund der Hohen Steinstraße werden so in einen verständlichen Kontext gestellt.

Viele vergessene Orte und vergessene Geschichten. Das Projekt der Zeitreisenden platziert an markanten Orten historischen Geschehens Erzählstationen. In einem zurückhaltend designten Corpus vermittelt adäquate Medientechnik „im Flüsterton“ Stadterinnerung als Strom vergänglicher Ereignisse.

Thema 6: Die neue Schicht (Modernisierungsteil)

These: Mit dem Anspruch der Zusammenführung des Raums zwischen Alex und Schloss stellt sich die Frage nach der Identität der vor kurzem abgeschlossenen Sanierungen im Modernisierungsteil. Wir versuchen unsere Themen hier einzuleiten: Die grüne Stadt und die Stadt von unten.

Die grünere Stadt wird am Fuß des Fernsehturms noch nicht sichtbar. Wir schlagen vor, mit aufgesetzten Grüninseln die klimatische Funktionsfähigkeit zu verbessern und die Fokussierung auf die wichtigen Wege durch eine räumliche Hierarchisierung besser zu machen und andernorts auch Aufenthaltsqualitäten und Kommunikation zu verbessern. Die wenig genutzten Raseninseln schlagen wir vor, durch artenreiche Staudenpflanzungen wie im Park aufzuwerten. Die kommerziell zumöblierten Haussäume werden durch synchronisierte Ausstattungen und eine gemeinsame Idee des Urban Pottery Gardens mit mediterranen Pflanzen aufgewertet.

Das Thema der Straßenkunst wird bereits hier als Visitenkarte des Parks ausgebreitet, auf großen Showflächen auf denen Bodenbilder und Street Tags sichtbar sind.